Auftragsforschung


Neben Standardfragen im Rahmen von Planungs- oder Artenschutzprojekten treten immer wieder spezielle Fragestellungen auf, die hinsichtlich einer zielführenden Entscheidungsgrundlage geklärt werden müssen. Um solche Projekte effektiv bearbeiten zu können, ist es meist erforderlich über den "Tellerrand" der Standarderfassung hinausblicken zu können. Während unserer langjährigen Tätigkeit in der wissenschaftlichen und angewandten Forschung haben wir diese Fähigkeit häufig unter Beweis gestellt und stehen Ihnen damit als kompetenter Partner von der Projektkonzeption, über die Durchführung bis zur Ergebnispräsentation zur Verfügung.

Im Folgenden können Sie sich über einige beispielhafte Projekte informieren!

Auftragsforschung


Der Artenschutz ist nicht statisch sondern verändert sich stetig mit dem artspezifischen Vorkommen bzw. Erhaltungszustand und dem aktuellen Wissensstand hinsichtlich der Ökologie und Erfassung der Arten. Um diesen Prozessen Sorge zu tragen ist es insbesondere im Bereich der angewandten Forschung regelmäßig erforderlich in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis Fragen zu beantworten, die über den Standard hinausgehen, aber essentiell für eine zielführende Entscheidungsgrundlage sind. Wir haben uns auf die Bearbeitung solcher Fragestellungen im Rahmen der säugetierökologischen Auftragsforschung spezialisiert. Drei beispielhafte Projekte sollen Ihnen unsere Arbeitsweise verdeutlichen:


1) Raum-Zeitnutzung von Bechsteinfledermaus und Braunem Langohr im Wald

Im Rahmen der Planung eines Pumpspeicherwerks standen zwei alternative Trassenführungen durch einen naturnahen Forstwald zur Diskussion. Der Planungsraum wurde als Quartiergebiet und Nahrungsraum von jeweils einer Wochenstubenkolonie der Bechsteinfledermaus und des Braunen Langohrs genutzt. Es wurde vermutet, dass die letztendlich angelegte Trasse zu Quartierverlust und Beeinträchtigung des Nahrungsraums führen könnte. Vor diesem Hintergrund haben wir eine telemetrische Studie mittels direkter Verfolgung durch Kreuzpeilungen bzw. "homing-in" und automatisierter Überwachung der Trassenbereiche von zehn Individuen zeitgleich durchgeführt. Dadurch konnten wir neben den Quartierzentren auch die artspezifischen Nahrungsräume bzw. deren zeitliche Nutzung analysieren und grundlegende Informationen für die Entscheidung einer verträglichen Trassenvariante liefern.


Auftraggeber: Pumpspeicherwerk Leun GmbH

Partner: Ingenieurbüro für Umweltplanung (Dr. Karl)


2) Störungsökologie winterschlafender Fledermäuse in Felsspalten

Felsspalten werden regelmäßig von Fledermäusen zum Winterschlaf genutzt. Gleichzeitig können freistehende Felsformationen von Freizeitsuchenden zum Zwecke des Klettersports aufgesucht werden. Somit wurde ein Konfliktpotential zwischen Artenschutz und öffentlichem Interesse befürchtet, für dessen letztendliche Klärung aber keine ausreichenden Informationen zur Störungsökologie felsspaltennutzender Fledermäuse vorlagen. Wir wurden beauftragt, die die Sensibilität winterschlafender Fledermäuse hinsichtlich klettersportbedingter Störreize zu untersuchen. Neben der Identifikation potentieller Störreize wurde dazu eine Vergleichsstudie zwischen "gestörten" und "ungestörten" Felsen durchgeführt. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse konnte die Diskussion auf Grundlage belastnarer Informationen geführt und eine mit dem Artenschutz zu vereinbarende Entscheidung getroffen werden.


Auftraggeber: Umweltministerium MKULNV Nordrhein-Westfalen und Kreisverwaltung Düren

Partner: Kölner Büro für Faunistik (Dr. C. Albrecht)


3) Ernährungsökologie kryptischer Fledermausarten

Die Schwesternarten der Bartfledermaus-Gruppe Myotis alcathoe, M. brandtii und M. mystacinus ähneln sich stark in ihrer Ökologie und können sympatrisch vorkommen. Um ihre ernährungsökologischen Besonderheiten aufzuklären wurden wir vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt beauftragt mittels einer von unserer Arbeitsgruppe entwickelter innovativen Methodenkombination diese drei Arten im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz zu untersuchen. Mittels der Analyse der Stabilisotopenverhältnissen in Haaren und molekularer Analysen von Kot konnten wir artspezifische Unterschiede der Nahrungsräume und Beuteinsekten identifizieren. Durch unsere Ergebnisse können artspezifische Schutzkonzepte effektiver umgesetzt werden.


Auftraggeber: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt

Partner: Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz (B. Ohlendorf)